Erdbeeren aus dem eigenen Beet schmecken nach einem Sommer, den keine Supermarktfrucht je trifft — vorausgesetzt, ein paar Dinge stimmen von Anfang an. Die meisten Enttäuschungen entstehen nicht im Juni bei der Ernte, sondern Wochen vorher bei der Pflanzung: zu tief gesetzt, falsch ausgewählt, zu eng gepflanzt. Wer die Grundlagen kennt, erntet drei Jahre lang von denselben Pflanzen und weiß genau, wann es Zeit für ein frisches Beet ist.
Einmaltragend oder immertragend?
Diese Entscheidung fällt vor dem Kauf und prägt die ganze Saison. Einmaltragende Sorten schenken Ihnen über zwei bis drei Wochen im Juni eine kräftige, geballte Ernte — ideal, wenn Sie einkochen, Marmelade machen oder einfach einmal richtig schlemmen wollen. Immertragende Sorten verteilen ihren Ertrag in mehreren kleineren Schüben von Juni bis in den Oktober hinein, dafür fällt jede einzelne Ernte zurückhaltender aus. Wir empfehlen für den klassischen Hausgarten eine einmaltragende Hauptsorte fürs große Beet und ein paar immertragende Pflanzen im Topf für die lange Naschsaison nebenbei.
Die beste Pflanzzeit für einmaltragende Erdbeeren ist eigentlich der Spätsommer, von Mitte Juli bis Anfang September, weil die Pflanzen dann noch einwurzeln und im Folgejahr voll tragen. Wer im Frühjahr pflanzt, bekommt im ersten Jahr meist nur eine magere Ernte — das funktioniert, ist aber eine Geduldsprobe. Immertragende Sorten dagegen können Sie im April setzen und schon im selben Jahr beernten.
Das Herz darf nicht unter die Erde
Der häufigste und folgenschwerste Fehler beim Pflanzen.
Die sogenannte Herzknospe in der Mitte der Pflanze, aus der die neuen Blätter treiben, muss genau auf Höhe der Erdoberfläche sitzen. Vergraben Sie das Herz, fault die Pflanze von innen; setzen Sie sie zu hoch, trocknen die oberen Wurzeln aus. Halten Sie außerdem genug Abstand: rund 25 bis 30 Zentimeter zwischen den Pflanzen und etwa 40 Zentimeter zwischen den Reihen, damit die Luft zwischen den Blättern zirkuliert und das Laub nach Regen schnell abtrocknet. Zu eng gepflanzte Erdbeeren sind die erste Einladung für Grauschimmel.
Stroh gegen Fäulnis und Schmutz
Sobald sich im Mai die ersten grünen Früchte bilden, legen Sie eine Schicht Stroh unter die Pflanzen. Das Stroh hält die Früchte vom feuchten Boden fern, sodass sie nicht faulen, bleibt nach Regen sauber statt erdverschmiert und bremst nebenbei das Unkraut. Daher kommt übrigens der englische Name der Frucht. Wer kein Stroh bekommt, kann auf Holzwolle oder eine spezielle Erdbeermatte ausweichen — Hauptsache, die Frucht hängt nicht direkt im Dreck.
Ableger nutzen und das Beet rechtzeitig erneuern
Im Sommer bilden Erdbeeren lange Ausläufer mit kleinen Tochterpflanzen an den Enden. Die kräftigsten davon können Sie in einen Topf mit Erde leiten, antwurzeln lassen und ab Hochsommer als kostenlose neue Pflanzen abtrennen — so ziehen Sie Ihren eigenen Nachwuchs heran. Nach drei Erntejahren lässt die Leistung deutlich nach, die Früchte werden kleiner und Krankheiten häufen sich. Legen Sie spätestens dann ein neues Beet an anderer Stelle an, denn am alten Platz sitzen mittlerweile die Erreger im Boden und warten schon auf die nächste Pflanzung.