Eine Hecke ist Sichtschutz, Windbremse und Lebensraum in einem, und gerade deshalb ist sie rechtlich besser geschützt, als die meisten Gartenbesitzer denken. Wer im Sommer kurzerhand die ganze Liguster- oder Hainbuchenhecke radikal zurückschneidet, riskiert nicht nur eine kahle Wand für den Rest des Jahres, sondern bewegt sich womöglich am Rand einer Ordnungswidrigkeit. Bevor Sie also die Heckenschere ansetzen, lohnt der Blick auf den Kalender und auf das, was zwischen den Zweigen brütet.
Die gesetzliche Schonzeit vom 1. März bis 30. September
Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet zwischen dem 1. März und dem 30. September das radikale Abschneiden, Auf-den-Stock-Setzen oder Roden von Hecken, weil in dieser Zeit Vögel brüten und Tiere Deckung suchen. Erlaubt bleibt in diesem Zeitraum ausdrücklich der schonende Form- und Pflegeschnitt — also das Kürzen des diesjährigen Zuwachses, um die Form zu halten. Was Sie nicht dürfen, ist ein kräftiger Verjüngungsschnitt ins alte Holz; den heben Sie sich für den Oktober auf. Diese Regel gilt bundesweit, einzelne Gemeinden können sie zusätzlich verschärfen, aber nie lockern.
Prüfen Sie vor jedem Schnitt in der Saison, ob ein Nest in der Hecke sitzt. Ein bewohntes Nest ist tabu, selbst der Formschnitt muss dann an dieser Stelle warten, bis die Jungen ausgeflogen sind. Ein kurzer, ruhiger Blick ins Geäst kostet zwei Minuten und erspart Ihnen, eine Amselbrut versehentlich freizulegen.
Warum die Trapezform die bessere Wahl ist
Schneiden Sie die Hecke unten breiter als oben — also leicht trapezförmig mit nach innen geneigten Flanken. Der Grund ist einfach: Licht. Eine senkrechte oder gar nach oben breiter werdende Hecke beschattet sich selbst, die unteren Zweige bekommen kaum Sonne, verkahlen und treiben nicht mehr aus. Bei der Trapezform erreicht das Licht auch den Fuß, und die Hecke bleibt von unten bis oben dicht. Wer das jahrelang ignoriert, steht irgendwann vor einer grünen Krone auf nackten Beinen — und kahle Stellen im unteren Bereich wachsen nur sehr langsam wieder zu.
Das richtige Werkzeug
Für kleine, junge Hecken reicht eine gute Handheckenschere, etwa von Gardena, völlig aus und schneidet sauberer, als viele glauben. Bei längeren Hecken spart eine elektrische oder akkubetriebene Heckenschere von Bosch oder Gardena viel Zeit und Kraft; rechnen Sie hier je nach Modell mit 70,00 bis 180,00 EUR. Für einzelne dicke Äste über Daumenstärke nehmen Sie keine Heckenschere, sondern eine Astschere oder Säge — sonst quetschen Sie das Holz, statt es zu schneiden, und schaffen Eintrittsstellen für Pilze.
Der beste Zeitpunkt im Tagesverlauf
Greifen Sie nicht in der prallen Mittagssonne zur Schere. Schneiden Sie an einem bedeckten Tag oder in den frühen Morgenstunden, weil frische Schnittflächen bei voller Sonne austrocknen und die Blattränder braun werden. Ideal ist der Spätsommer für den letzten Formschnitt vor Ende September, denn dann treibt die Hecke kaum noch nach und behält die Form über den Winter. Ein zusätzlicher Pflegeschnitt im Juni hält schnellwüchsige Arten wie Liguster in Schach — und der nächste Termin steht dann ohnehin wieder im Kalender.