Wer im April den ersten Rosmarin neben die Petersilie pflanzt, wundert sich oft im Juni: Der Rosmarin kümmert, die Petersilie schießt, und keines von beiden schmeckt so kräftig, wie es sollte. Das liegt selten am grünen Daumen und fast immer daran, dass hier zwei Kräuter mit gegensätzlichen Ansprüchen im selben Beet sitzen. Ein Kräutergarten gelingt nicht über die Sorte, sondern über die Gruppierung — und über die Frage, ob ein Beet überhaupt die richtige Wahl ist oder ob mehrere Töpfe der bessere Weg sind.
Zwei Lager, die sich nicht vertragen
Trennen Sie von Anfang an konsequent. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano und Lavendel stammen von trockenen, kargen Hängen und wollen genau das: viel Sonne, durchlässigen, eher mageren Boden und wenig Wasser. Wer sie in nährstoffreiche, feuchte Erde setzt, bekommt weiches Gewebe, blasses Aroma und im Winter Wurzelfäule. Die feuchteliebende Fraktion — Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Dill und vor allem Minze — verlangt das Gegenteil: humusreichen Boden, gleichmäßige Feuchtigkeit und gern auch Halbschatten am Nachmittag.
Verzichten Sie darauf, beide Gruppen in dasselbe Beet zu zwingen. Legen Sie stattdessen eine sonnige, sandige Ecke für die Mediterranen an und mischen Sie hier ruhig etwas Splitt oder groben Sand unter die Erde, damit das Regenwasser schnell abzieht. Die durstigen Kräuter bekommen einen eigenen, etwas schattigeren Platz mit guter Gartenerde, zum Beispiel Floragard oder Compo. Ein Sack Anzuchterde kostet je nach Größe zwischen 4,50 EUR und 9,00 EUR und reicht für eine ganze Saison Nachsaat.
Die Minze muss in den Topf — ohne Ausnahme
Eine Regel, bei der es keinen Kompromiss gibt.
Minze bildet unterirdische Ausläufer und erobert innerhalb von zwei Sommern jedes Beet, in das sie gepflanzt wurde. Wir empfehlen, Minze grundsätzlich in einen separaten Kübel zu setzen, am besten mit mindestens fünf Litern Volumen. Das funktioniert hervorragend — außer, Sie graben den Topf randvoll ins Beet ein und vergessen ihn; dann wachsen die Ausläufer über den Rand und Sie haben das Problem trotzdem. Ein freistehender Topf auf der Terrasse ist die saubere Lösung, und nebenbei haben Sie die Minze direkt griffbereit, wenn der Tee im Sommer schnell gehen soll.
Standort: lieber zehn Schritte näher zur Küche
Der häufigste Planungsfehler ist die schöne, aber abgelegene Ecke hinten im Garten. Wer für ein paar Blätter Thymian erst über den halben Rasen laufen muss, erntet im Alltag schlicht nicht. Setzen Sie die Kräuter, die Sie täglich brauchen, so nah wie möglich an die Küchentür oder direkt aufs Fensterbrett. Petersilie, Schnittlauch und Basilikum gehören in Reichweite — Lavendel und ein größerer Salbeibusch dürfen ruhig weiter draußen stehen, weil man sie ohnehin seltener und dann gleich in Mengen schneidet.
Womit Sie im April starten
Winterharte, mehrjährige Kräuter wie Thymian, Salbei und Schnittlauch können Sie ab April als vorgezogene Töpfe ins Beet setzen, sobald kein strenger Frost mehr droht. Basilikum dagegen ist frostempfindlich und bleibt bis Mitte Mai im Haus — die Eisheiligen rund um den 11. bis 15. Mai sind hier die verlässliche Marke. Säen Sie Dill und Kerbel besser direkt, weil sie das Umpflanzen schlecht vertragen. Und kaufen Sie nicht zwölf Sorten auf einmal: Drei Kräuter, die Sie wirklich verwenden, bringen mehr in die Küche als ein voll bepflanztes Beet, das im August halb vertrocknet und halb verholzt dasteht.