Ein Teich braucht weder Bagger noch halben Garten. Schon ein dichter Kübel von 40 bis 60 Litern reicht aus, um auf der Terrasse einen kleinen, lebendigen Wasserlebensraum zu schaffen, an dem sich nach wenigen Wochen Libellen, Wasserläufer und durstige Vögel einfinden. Der Reiz liegt gerade in der Überschaubarkeit: Sie können das Gefäß genau dort aufstellen, wo Sie es vom Sitzplatz aus im Blick haben, und es im Herbst notfalls umräumen.
Das richtige Gefäß und der Standort
Geeignet ist jedes wasserdichte Behältnis ohne Abflussloch, von der glasierten Pflanzschale über das alte Zinkfass bis zum Mörtelkübel aus dem Baumarkt, den es für unter 15 EUR gibt. Verzichten Sie auf Gefäße, die innen mit Kupfer oder unbekannten Lacken beschichtet sind, denn ausgelöste Metalle schaden Pflanzen und kleinen Wassertieren. Bei einem alten Holzfass kleiden Sie das Innere mit Teichfolie aus.
Der Standort entscheidet über Erfolg oder Algensuppe, und hier wählen die meisten falsch. Ein Platz in der prallen Mittagssonne heizt die kleine Wassermenge stark auf und lässt die Brühe innerhalb weniger heißer Tage kippen, während ein halbschattiger Ort mit einigen Stunden Morgensonne genau die Balance hält, die Wasserpflanzen mögen. Stellen Sie den Kübel deshalb so, dass er ab dem frühen Nachmittag im Schatten liegt.
Substrat, Pflanzen und ein Ausstieg für Tiere
Auf den Boden kommt eine dünne Schicht ungedüngtes, lehmiges Teichsubstrat oder gewaschener Sand; normale Blumenerde ist tabu, weil ihre Nährstoffe das Wasser sofort grün färben. Floragard und Dehner führen spezielles Wasserpflanzensubstrat in 5-Liter-Säcken für rund 7 EUR. Die Pflanzen setzen Sie in Gitterkörbe, das hält sie in Schach und erleichtert das Umräumen.
Bei der Bepflanzung kommt es auf die Mischung aus drei Etagen an, damit das System sich selbst im Gleichgewicht hält:
- eine Unterwasserpflanze wie das Hornkraut, die als natürlicher Sauerstofflieferant arbeitet und das Wasser klar hält
- eine Schwimmblattpflanze, am besten eine echte Mini-Seerose der Sorte „Pygmaea", die mit der geringen Tiefe zurechtkommt
- eine Sumpfpflanze für den Rand wie das blau blühende Hechtkraut oder die Zwergrohrkolben
Eine Sache wird gern vergessen, und sie ist die wichtigste von allen: die Ausstiegshilfe. Fällt eine Wespe, eine Maus oder ein junger Igel ins Wasser, ertrinkt das Tier an den glatten Wänden. Legen Sie deshalb einen flachen Stein oder ein schräg eingestelltes Stück Totholz so ein, dass es aus dem Wasser ragt und einen Weg nach draußen bietet.
Bitte keine Fische
So verlockend ein paar Goldfische klingen, in dieser Wassermenge geht das nicht gut. Fische brauchen mehr Volumen und Filterung, wühlen das Substrat auf und fressen genau die Larven und Kleinlebewesen, die den Mini-Teich erst zur Naturoase machen. Wir empfehlen, das Gefäß den Insekten und Amphibien zu überlassen. Wenn das Wasser im Sommer verdunstet, füllen Sie übrigens am besten mit aufgefangenem Regenwasser nach, weil kalkhaltiges Leitungswasser den pH-Wert über Wochen verschiebt.