Mulchen

Mulchen im Gemüsebeet: weniger gießen, weniger jäten, besserer Boden

Mulchen im Gemüsebeet: weniger gießen, weniger jäten, besserer Boden

Ein nackter, offener Boden zwischen den Gemüsereihen ist im Sommer ein Problem. Die Sonne brennt ihn aus, jeder Regen schlämmt die Oberfläche zu, und das Unkraut keimt schneller, als Sie hacken können. Eine Mulchschicht, also eine Abdeckung aus organischem Material, kehrt diese Verhältnisse um: Sie hält die Feuchtigkeit im Boden, beschattet die Erde und füttert nebenbei das Bodenleben. Wer einmal ein gemulchtes neben einem offenen Beet durch einen heißen Juli gebracht hat, mulcht im nächsten Jahr alles.

Welches Material wofür

Nicht jeder Mulch passt zu jedem Beet, und die Wahl hängt davon ab, was Sie gerade zur Hand haben und welche Kultur Sie abdecken. Stroh ist der Klassiker für Tomaten, Zucchini und Erdbeeren, hält lange und sieht ordentlich aus, kostet als Kleinballen im Gartencenter aber schnell 8 bis 12 EUR. Angetrockneter Rasenschnitt ist gratis und ideal für Starkzehrer, allerdings nur in dünnen Lagen von zwei bis drei Zentimetern, weil eine dicke frische Schicht zu faulen beginnt und stinkt. Herbstlaub, im Vorjahr gesammelt, eignet sich gut für die Wege und über den Winter.

Eine Faustregel zum Material:

  • Stroh und Heu für Fruchtgemüse, das sauber bleiben soll
  • Rasenschnitt dünn ausgebracht, sobald er einen Tag angewelkt ist
  • Laub und Häckselgut eher für mehrjährige Beete und Beerensträucher, weniger für das schnelle Gemüsebeet

Was Mulchen dem Boden bringt

Der sichtbarste Effekt ist die gesparte Gießkanne. Unter einer fünf Zentimeter dicken Schicht bleibt die Erde nach einem Guss tagelang feucht, während offener Boden bei 30 Grad oft schon am nächsten Mittag staubt. Zugleich kommt kaum noch Licht an den Boden, sodass die meisten Unkrautsamen gar nicht erst keimen, und das, was durchkommt, ziehen Sie aus der lockeren Erde mühelos heraus.

Unter der Schicht arbeiten Regenwürmer und Mikroorganismen das Material langsam ein und bauen Humus auf, der die Krümelstruktur verbessert. Das ist kein Effekt für eine Saison, sondern einer, der sich über Jahre summiert. Die bessere Wahl gegenüber jedem chemischen Bodenhilfsmittel ist deshalb schlicht: regelmäßig mulchen und den Boden nie offen liegen lassen.

Zwei Haken, die Sie kennen sollten

Holzhäckselgut sieht schön aus, hat aber einen Nachteil im Gemüsebeet. Beim Zersetzen entziehen die holzabbauenden Pilze dem Oberboden vorübergehend Stickstoff, was den hungrigen Gemüsepflanzen genau dort fehlt. Wenn Sie Häckselgut verwenden, streuen Sie vorher etwas Hornspäne aus, oder beschränken Sie es auf Wege und Sträucher.

Der zweite Punkt betrifft die Schnecken. Eine feuchte Mulchschicht ist ein bequemes Versteck, und gerade bei Salat und jungen Kohlpflanzen kann das die Verluste in die Höhe treiben. Halten Sie rund um besonders gefährdete Setzlinge einen handbreiten mulchfreien Streifen frei und kontrollieren Sie nach Regennächten die Unterseite der Schicht.