Es gibt diesen Moment im Frühsommer, in dem man morgens ins Beet schaut und der gestern noch gesunde Salat über Nacht bis auf die Mittelrippe abgefressen ist. Spanische Wegschnecken arbeiten gründlich, und ein einzelnes feuchtwarmes Wochenende reicht, damit aus ein paar Tieren eine Plage wird. Die gute Nachricht: Man muss nicht gleich zum Schneckenkorn greifen. Mit einer Kombination aus mechanischem Schutz, etwas Routine und der Förderung natürlicher Feinde lässt sich der Schaden auf ein Maß drücken, mit dem das Beet gut leben kann.
Mechanischer Schutz: der Schneckenkragen
Der wirksamste Einzelschutz für besonders gefährdete Jungpflanzen ist der Schneckenkragen — ein Ring aus Kunststoff oder Metall mit nach außen gebogenem Rand, den die Schnecke nicht überwinden kann. Stülpen Sie ihn um frisch gepflanzten Salat, junge Kohlpflanzen oder Dahlien, also um genau die Pflanzen, die Schnecken besonders lieben. Im Fachhandel, etwa bei Dehner, kosten Kragen je nach Material und Menge etwa 1,50 bis 4,00 EUR pro Stück. Das lohnt sich nicht für ein ganzes Feld, aber für die zwanzig Pflanzen, die Ihnen wirklich am Herzen liegen, ist es die zuverlässigste Methode überhaupt.
Absammeln — die unspektakuläre Wahrheit
Niemand sammelt gern Schnecken ab, aber nichts wirkt so direkt.
Gehen Sie in der Dämmerung oder früh am Morgen mit einer Taschenlampe und einem Eimer durchs Beet, denn dann sind die Tiere aktiv und sitzen offen auf den Blättern. Wer das in den ersten zwei, drei Wochen der Saison konsequent jeden Abend macht, erwischt die Generation, bevor sie ihre Eier ablegt — und genau das entscheidet über den Rest des Sommers. Absammeln ist mühsam und unromantisch, aber es ist die ehrlichste und billigste Methode, die es gibt.
Was die Nützlinge erledigen
Fördern Sie die natürlichen Feinde der Schnecke, dann übernimmt der Garten einen Teil der Arbeit von selbst. Igel, Spitzmäuse, Kröten, Blindschleichen und vor allem Laufkäfer fressen Schnecken und deren Eier. Ein Laubhaufen in einer ruhigen Ecke, eine kleine Wasserstelle und ein Verzicht auf jedes Gift schaffen die Bedingungen, unter denen sich diese Helfer ansiedeln. Das funktioniert gut — außer im ersten Jahr eines ganz neuen Gartens, in dem die Nützlinge schlicht noch fehlen und Sie die Lücke mit Kragen und Absammeln überbrücken müssen.
Die Bierfalle und der Notnagel
Die viel empfohlene Bierfalle ist umstritten, und zwar zu Recht: Der Geruch lockt zusätzlich Schnecken aus der ganzen Nachbarschaft an, sodass Sie am Ende mehr Tiere im Garten haben als vorher. Verzichten Sie besser darauf. Gießen Sie stattdessen morgens statt abends und immer gezielt an die Wurzel, damit die Beetoberfläche über den feuchteliebenden Abend hinweg trocken bleibt — das nimmt den Schnecken die nächtliche Wanderfeuchtigkeit. Bleibt der Befall trotz allem übermächtig, ist ein Schneckenkorn auf Eisen-III-Phosphat-Basis, etwa Ferramol von Neudorff, der vertretbare Notnagel: Es ist für Igel und Haustiere weitgehend unbedenklich und im Bio-Anbau zugelassen. Sparsam streuen, nicht häufeln — mehr hilft hier nicht mehr.