Eine Handvoll Saattüten für ein paar Euro verwandelt im Mai ein leeres Stück Beet in ein Blütenmeer, das den ganzen Sommer hält — und nebenbei jede Woche frische Blumen für die Vase liefert. Sommerblumen sind die dankbarste Aufgabe im Gartenjahr, weil sie schnell keimen, kaum Ansprüche stellen und mit jeder Schere großzügiger werden. Die meisten der schönsten Arten brauchen weder Vorkultur auf der Fensterbank noch teures Zubehör, sondern nur warme Erde und ein bisschen Geduld in der ersten Maiwoche.
Diese Arten kommen direkt ins Beet
Säen Sie ab Mai, wenn die Erde sich erwärmt hat, direkt an Ort und Stelle aus. Vier Arten sind dabei besonders einsteigerfreundlich und liefern verlässlich:
- Zinnien blühen in kräftigen Farben von Juli bis zum ersten Frost und sind die wohl beste Schnittblume für Anfänger überhaupt.
- Kosmeen, auch Schmuckkörbchen genannt, wachsen luftig hoch und tragen wochenlang zarte rosa und weiße Blüten.
- Die Ringelblume keimt fast von allein, sät sich im Folgejahr selbst aus und ist nebenbei eine alte Heilpflanze.
- Sonnenblumen sind im Beet ein Erlebnis für Kinder und im Spätsommer ein Festmahl für Vögel.
Ziehen Sie mit dem Finger oder einem Stock eine flache Rille, legen Sie die Samen hinein und bedecken Sie sie nur dünn mit Erde — die Faustregel lautet: so tief wie der Samen dick ist. Halten Sie die Saat gleichmäßig feucht, bis die ersten Keimblätter erscheinen, das dauert je nach Wärme acht bis vierzehn Tage. Säen Sie nicht zu dicht; was zu eng steht, müssen Sie später ohnehin verziehen.
Schnittblumen für die Vase
Wer Blumen für die Vase will, sollte ein eigenes kleines Schnittbeet planen, etwas abseits, denn ein abgeschnittener Zinnienstrauß reißt im Zierbeet sichtbare Lücken. Schneiden Sie früh am Morgen, wenn die Stängel noch voller Wasser stehen, und stellen Sie sie sofort in einen Eimer mit lauwarmem Wasser. Zinnien, Kosmeen und Sonnenblumen halten so eine gute Woche in der Vase. Wechseln Sie das Wasser alle zwei Tage und schneiden Sie die Stiele dabei frisch an — ein simpler Handgriff, der die Haltbarkeit spürbar verlängert.
Verblühtes ausputzen für ständigen Nachschub
Hier liegt das Geheimnis der langen Blüte, und es kostet nichts außer ein paar Minuten pro Woche.
Knipsen Sie verblühte Blütenköpfe konsequent aus, bevor die Pflanze Samen ansetzt. Eine einjährige Sommerblume hat nämlich nur ein Ziel — Samen zu bilden und sich fortzupflanzen; sobald ihr das gelingt, stellt sie die Blüte ein. Nehmen Sie ihr diese Möglichkeit durch regelmäßiges Ausputzen, blüht sie aus schierer Hartnäckigkeit immer weiter und schiebt bis in den Oktober neue Knospen nach. Wer im August ein paar Tage nicht ausputzt, merkt sofort, wie das Beet nachlässt — und mit ihm der Nachschub für die Vase.