Sonnenschutz

Sonnenschutz für Fenster und Terrasse: außen kühlt, innen tröstet nur

Sonnenschutz für Fenster und Terrasse: außen kühlt, innen tröstet nur

Wenn die Räume im Hochsommer nachmittags zur Sauna werden, hilft kein Lüften mehr, weil die Hitze längst durch die Scheiben gewandert und im Mauerwerk gespeichert ist. Der entscheidende Punkt beim Hitzeschutz ist der Ort: Strahlung, die gar nicht erst auf das Glas trifft, kann den Raum nicht aufheizen. Genau deshalb schlägt jeder außen liegende Schutz seinen innen liegenden Gegenspieler um Längen, und genau hier sparen die meisten am falschen Ende.

Warum außen schlägt innen

Eine innen liegende Jalousie oder ein Plissee fängt die Sonne erst ab, nachdem sie die Scheibe passiert hat. Die Wärme steckt dann schon im Raum, und der Stoff strahlt sie als zusätzliche Heizfläche wieder ab; messbar bringt das wenig, gefühlt sitzen Sie weiter im Glashaus. Ein außen liegender Schutz dagegen wirft den Großteil der Strahlung zurück, bevor sie das Glas überhaupt erreicht.

Drei Varianten haben sich draußen bewährt, und sie unterscheiden sich vor allem in Aufwand und Preis. Rollläden sind der Allrounder, der zugleich gegen Kälte und Einbruch hilft, in der Nachrüstung als Vorbaurollladen aber mit mehreren Hundert Euro pro Fenster zu Buche schlägt. Eine Markise beschattet großzügig Terrassentür und dahinterliegenden Raum und ist mit guten Modellen ab etwa 300 EUR zu haben. Raffstores, also außen liegende Lamellenjalousien, lassen sich im Winkel verstellen und halten so die Hitze draußen, ohne den Raum völlig zu verdunkeln.

Die Terrasse selbst beschatten

Auf dem Sitzplatz wollen Sie Schatten, der mitwandert oder sich verstauen lässt. Ein Sonnensegel aus dichtem, UV-beständigem Gewebe spannt sich über Eck und sieht luftig aus, muss aber unbedingt mit Gefälle montiert werden, damit ein Sommergewitter ablaufen kann und das Segel nicht zur Wassertasche wird. Für den schnellen Schatten über dem Esstisch bleibt der große Ampelschirm das praktischste Gerät, weil er den Mast aus dem Weg räumt.

Unterschätzt wird die kühlste und schönste Variante überhaupt: Pflanzen. Ein Spalier mit Wein, Blauregen oder einer schnell wachsenden Kletterpflanze wirft ab dem zweiten Standjahr dichten Schatten und verdunstet zugleich Wasser, was die Luft darunter spürbar abkühlt, anders als jede tote Markise. Wir empfehlen, eine Pergola gleich für eine Begrünung zu planen, statt nur Stoff darüberzuziehen.

Das heiße Dachgeschoss

Unter dem Dach spitzt sich alles zu, weil die Dachflächenfenster fast senkrecht in der Mittagssonne liegen und die gedämmte, aber dünne Konstruktion die Wärme schlecht abpuffert. Ein innen liegendes Hitzeschutzrollo bringt hier wenig; was wirklich hilft, ist eine außen liegende Hitzeschutzmarkise direkt auf dem Dachfenster, die es für gängige Fenstergrößen ab rund 80 EUR im Set gibt. Ergänzend lüften Sie nur nachts und in den frühen Morgenstunden, wenn die Außenluft kühler ist als die im Raum, und halten tagsüber alles geschlossen. Wer das konsequent macht, hält selbst eine Dachkammer einigermaßen bewohnbar.