Nach dem Winter sieht jede Terrasse ein bisschen verloren aus: graue Schlieren auf den Holzdielen, grüner Belag in den schattigen Ecken, Moos zwischen den Steinplatten und Gartenmöbel, die feucht im Schuppen standen. Ein halber Samstag genügt meist, um aus diesem trüben Bild wieder einen Platz zu machen, an dem man beim ersten warmen Abend sitzen möchte. Wichtig ist nur, in der richtigen Reihenfolge vorzugehen und beim Holz nicht mit der falschen Methode mehr kaputtzumachen, als der Winter angerichtet hat.
Holzdielen reinigen — aber niemals mit dem Hochdruckreiniger
Hier liegt der Fehler, den jedes Frühjahr Tausende machen.
Verzichten Sie auf den Kärcher, wenn es um Holz geht. Der harte Strahl reißt die weichen Frühholzfasern aus der Diele, das Holz wird rau, splittert und nimmt danach Wasser und Schmutz schneller auf als zuvor — der vermeintlich saubere Boden ist nach einem Sommer schlechter dran als die graue Diele im März. Schrubben Sie das Holz stattdessen längs zur Maserung mit einer harten Bürste, warmem Wasser und etwas Holzreiniger oder Schmierseife. Lassen Sie die Fläche danach gut durchtrocknen, mindestens einen sonnigen Tag lang, bevor es weitergeht.
Ölen, wenn das Holz es braucht
Sobald die Dielen trocken und sauber sind, prüfen Sie mit einem einfachen Tropfentest, ob das Holz noch Öl braucht: Perlt ein Wassertropfen ab, ist die Diele versiegelt; zieht er ein und hinterlässt einen dunklen Fleck, ist es Zeit für eine frische Schicht. Tragen Sie ein passendes Hartholz- oder Terrassenöl dünn und gleichmäßig mit dem Pinsel auf, immer in Faserrichtung, und wischen Sie überschüssiges Öl nach etwa zwanzig Minuten ab. Ein Liter Terrassenöl kostet je nach Marke zwischen 12,00 und 25,00 EUR und reicht grob für zehn bis fünfzehn Quadratmeter. Wählen Sie einen bedeckten, trockenen Tag — pralle Sonne lässt das Öl zu schnell antrocknen und es bilden sich klebrige Flecken.
Fugen und Grünbelag bei Steinplatten
Steinterrassen vertragen mehr als Holz, aber auch hier setzt sich in den Fugen über den Winter Moos und Unkraut fest. Kratzen Sie die Fugen mit einem Fugenkratzer oder einem alten Messer aus, das geht erstaunlich zügig und hält länger als jeder Chemieeinsatz. Grünbelag auf den Platten selbst lösen Sie mit heißem Wasser und Bürste; hartnäckige Stellen vertragen einen Grünbelagentferner, etwa von Neudorff. Bei reinen Steinflächen dürfen Sie hier durchaus zum Hochdruckreiniger greifen — auf Holz bleibt er tabu.
Möbel checken, bevor die Saison startet
Holen Sie Tisch und Stühle aus dem Winterquartier und sehen Sie genau hin: Wackelt eine Schraube, hat sich an einem Metallbein Rost angesetzt, ist ein Polsterbezug klamm geworden? Ziehen Sie lockere Schrauben nach, behandeln Sie kleine Roststellen sofort, bevor sie sich ausbreiten, und lüften Sie feuchte Polster gründlich an der frischen Luft. Wer das jetzt erledigt, sitzt am ersten lauen Abend einfach draußen — und merkt erst gar nicht, wie viel Arbeit das eigentlich war.