Eine Terrasse, die tagsüber einlädt, kann nach Sonnenuntergang an einer einzigen grellen Leuchte scheitern. Ein kalter, von oben herabstrahlender Strahler verwandelt den gemütlichen Sitzplatz in einen Hinterhof, während ein paar gut gesetzte warme Lichtquellen denselben Ort in einen Raum verwandeln, in dem man bis Mitternacht sitzen bleibt. Der Unterschied liegt fast nie in der Menge des Lichts, sondern in seiner Farbe und Verteilung.
Warmweiß ist Pflicht
Achten Sie beim Kauf auf die Farbtemperatur, angegeben in Kelvin. Alles um 2.700 Kelvin wirkt warm und behaglich wie eine klassische Glühlampe, während kaltweißes Licht ab 4.000 Kelvin sachlich und ungemütlich daherkommt und auf der Terrasse nichts verloren hat. Greifen Sie konsequent zu Leuchtmitteln mit der Kennzeichnung „warmweiß", und verzichten Sie auf alles, was mit „tageslichtweiß" oder „neutralweiß" beworben wird.
Genauso wichtig wie die Farbe ist die Helligkeit: Sie wollen Stimmung, kein Stadion. Lieber mehrere gedämpfte Quellen als eine starke, und wo es geht, ein Dimmer, mit dem Sie das Licht dem Abend anpassen.
In Schichten denken
Stimmungsvolles Licht entsteht nicht aus einer Lampe, sondern aus mehreren Ebenen, die sich ergänzen. Eine bewährte Mischung sieht so aus:
- eine durchgehende Lichterkette über dem Sitzbereich, die ein gleichmäßiges Grundleuchten spannt und sofort Atmosphäre schafft
- zwei oder drei Laternen oder Windlichter auf dem Tisch und am Boden, die warme Lichtinseln in Augenhöhe setzen
- einzelne Solarleuchten entlang von Wegen und Beeten, die für ein paar Euro das Stück Orientierung geben, auch wenn ihr Licht naturgemäß schwächer ausfällt
Setzen Sie Licht als Akzent, nicht als Flut. Ein einzelner Strahler, der von unten in einen Baum oder gegen eine Mauer leuchtet, schafft mehr Tiefe als zehn deckenhelle Lampen. Die bessere Wahl ist fast immer weniger, dafür gezielter platziertes Licht.
Insekten und die Lichtfarbe
Hier kommt ein Detail ins Spiel, das gern übersehen wird: Licht zieht Insekten an, aber nicht jedes gleich stark. Mücken und Nachtfalter reagieren besonders auf kurzwelliges, bläuliches und ultraviolettes Licht, weshalb warmweiße Leuchten mit geringem Blauanteil deutlich weniger Plagegeister anlocken als kaltweiße. Das ist ein weiterer guter Grund, konsequent bei 2.700 Kelvin zu bleiben, und ein Argument gegen die billigen weißen Solarstrahler vom Wühltisch.
Strom im Freien sicher führen
Sobald echte 230-Volt-Leuchten ins Spiel kommen, hört der Spaß bei der Sicherheit auf. Verwenden Sie ausschließlich Leuchten, Steckdosen und Verlängerungen mit der Schutzart IP44 oder höher, denn nur die sind gegen Spritzwasser und Regen geschützt. Eine Außensteckdose gehört an einen vom Elektriker installierten Stromkreis mit FI-Schutzschalter, der bei einem Fehler in Sekundenbruchteilen abschaltet. Verzichten Sie unbedingt auf Innen-Verlängerungskabel, die unter der Terrassentür hindurch ins Freie laufen, denn die sammeln Feuchtigkeit an Steckverbindungen, wo sie nicht hingehört. Wer ganz ohne Stromsorgen auskommen will, kombiniert solarbetriebene Lichterketten mit ladbaren Akkulaternen, von denen es bei Dehner und im Baumarkt inzwischen erstaunlich helle Modelle gibt.