Die Küche ist der Raum mit den meisten Stromfressern, und genau deshalb lässt sich hier mit kleinen Gewohnheiten am meisten holen, ohne dass der Komfort leidet. Es geht nicht um Verzicht, sondern um ein paar Handgriffe, die in Fleisch und Blut übergehen und über das Jahr eine spürbare Summe auf der Stromrechnung ausmachen. Wer kocht, backt, kühlt und spült, hat dabei mehr Hebel in der Hand, als die meisten vermuten. Fangen wir beim Kochen an, denn dort wird am sichtbarsten Energie verschwendet.
Kochen mit Köpfchen
Der einfachste Spartrick steht buchstäblich neben jedem Topf: der Deckel. Wer Wasser oder eine Soße ohne Deckel erhitzt, verliert einen großen Teil der Wärme nach oben, und das Aufkochen dauert spürbar länger und kostet entsprechend mehr Strom. Wir empfehlen außerdem, die Restwärme der Kochplatte konsequent zu nutzen, indem Sie den Herd einige Minuten vor Ende ausschalten, denn besonders ein Cerankochfeld oder eine Gusseisenplatte gibt noch lange Hitze ab. Den Topf sollten Sie zur Plattengröße passend wählen, weil ein kleiner Topf auf einer großen Platte die Energie ringsherum in die Luft schickt.
Für eine einzelne Tasse Tee gilt eine klare Empfehlung: Nehmen Sie den Wasserkocher, nicht den Herd.
Backofen und Wasserkocher
Der Backofen verbraucht von allen Küchengeräten am meisten, und viele heizen ihn aus reiner Gewohnheit vor, obwohl es bei den allermeisten Gerichten unnötig ist. Aufläufe, Pizza und Braten gelingen genauso gut, wenn Sie sie in den kalten Ofen schieben und die Vorheizzeit einfach zur Garzeit zählen, was über das Jahr eine ganze Menge Strom spart. Nutzen Sie nach Möglichkeit Umluft statt Ober- und Unterhitze, weil sie bei niedrigerer Temperatur arbeitet und mehrere Bleche gleichzeitig versorgt. Den Wasserkocher haben wir schon erwähnt, aber er verdient eine eigene Zeile, denn er erhitzt Wasser deutlich gezielter und schneller als jede Herdplatte.
- Vorheizen können Sie sich bei fast allem sparen; nur empfindliches Gebäck wie Biskuit oder Soufflé profitiert wirklich davon.
- Die Restwärme des Ofens reicht oft, um die letzten zehn Minuten ohne Strom zu Ende zu garen.
- Kochen Sie immer nur so viel Wasser, wie Sie wirklich brauchen, statt den Kocher routinemäßig randvoll zu füllen.
Kühlen, gefrieren und das Gerät selbst
Kühl- und Gefriergerät laufen rund um die Uhr und summieren sich deshalb still und leise zum größten Dauerverbraucher der Küche. Sieben Grad im Kühlschrank reichen für Lebensmittel völlig aus, jedes Grad kälter kostet unnötig Strom, und im Gefrierfach sind minus 18 Grad die richtige Einstellung, nicht kälter. Tauen Sie das Gefrierfach ab, sobald sich eine Eisschicht von mehr als einem halben Zentimeter gebildet hat, denn diese Schicht wirkt wie eine Dämmung und zwingt das Gerät zu Dauerarbeit. Ein Tipp, der wenig Mühe macht und viel bringt: Lassen Sie Gekochtes erst abkühlen, bevor es in den Kühlschrank kommt.
Bei einer Neuanschaffung lohnt der Blick auf die Energieklasse mehr als jeder Spartrick im Alltag, denn ein Gerät der Klasse A verbraucht über zehn Jahre Hunderte Euro weniger als ein altes der Klasse F. Der höhere Kaufpreis von vielleicht 100,00 bis 200,00 EUR ist meist nach wenigen Jahren wieder hereingeholt. Das gilt allerdings nur, wenn das alte Gerät tatsächlich ausgedient hat; einen funktionierenden, mittelmäßigen Kühlschrank vorschnell zu ersetzen rechnet sich selten.