Die schönste Festtafel nützt wenig, wenn die Gastgeberin erschöpft am Tisch sitzt und die Gäste das merken. Entspanntes Gastgeben fängt deshalb nicht beim Tischschmuck an, sondern bei der Frage, was man getrost am Vortag erledigen kann. Wer die Arbeit klug verteilt, hat am Abend selbst Zeit für das Gespräch – und genau das bleibt den Gästen in Erinnerung, nicht das exakt gefaltete Serviettendreieck.
Vorbereiten, was sich vorbereiten lässt
Decken Sie den Tisch schon am Vortag oder am Vormittag ein. Teller, Gläser und Besteck können Stunden vorher an ihrem Platz stehen, und die Tischdecke darf ruhig über Nacht glattliegen, statt kurz vor knapp gebügelt zu werden. Was Sie früh erledigen, fehlt Ihnen nicht in der hektischen letzten Stunde, in der ohnehin der Braten Aufmerksamkeit verlangt.
Dasselbe gilt für das Menü. Wählen Sie bewusst Gerichte, die sich vorkochen lassen oder sogar besser werden, wenn sie einen Tag durchgezogen sind – ein Schmorbraten, eine Suppe, ein Auflauf. Die bessere Wahl für entspannte Gastgeber ist immer das Gericht, das im Ofen auf sich selbst aufpasst, statt das, was im letzten Moment auf den Punkt gebracht werden muss. Planen Sie höchstens einen einzigen Gang ein, der frische Aufmerksamkeit braucht.
Geschirr mischen statt komplettieren
Niemand braucht heute noch ein komplettes Service aus einem Guss. Im Gegenteil – ein bewusst gemischtes Gedeck aus altem Familienporzellan, schlichten weißen Tellern und ein paar geerbten Gläsern wirkt persönlicher und lebendiger als alles aus einem Karton. Verbinden Sie die unterschiedlichen Stücke über eine gemeinsame Farbe oder ein durchgehendes Material, etwa Leinenservietten in einem Ton, dann wirkt die Mischung gewollt und nicht zufällig.
Auch die Stühle dürfen verschieden sein. Wer mehr Gäste hat als passende Stühle, holt einfach welche aus anderen Zimmern dazu – ein Kissen darauf, und niemand stört sich daran. Diese kleine Unperfektion macht eine Tafel oft erst wohnlich.
Kerzen, Höhe und der Blick über den Tisch
Kerzen gehören auf jede Festtafel, aber bitte auf der richtigen Höhe. Der häufigste Fehler sind Kerzen und Gestecke auf Augenhöhe, die den Blick zwischen den Gästen versperren – plötzlich redet man um eine Blumenvase herum. Halten Sie den Schmuck entweder flach unter Augenhöhe oder führen Sie ihn mit hohen, schlanken Leuchtern weit darüber hinaus.
Ein niedriges Gesteck aus Tannengrün, ein paar Teelichter und verstreute Zapfen reichen für eine warme Wirkung völlig aus. Zünden Sie die Kerzen erst kurz vor dem Essen an, damit sie nicht schon halb heruntergebrannt sind, wenn die Gäste kommen. Und ein letzter Gedanke, der mehr zählt als jede Deko: Setzen Sie sich nach dem Hauptgang einfach hin. Der Abwasch wartet, das Gespräch nicht.