Gartenplanung

Gartenplanung am Küchentisch: so gelingt die neue Saison

Gartenplanung am Küchentisch: so gelingt die neue Saison

Während draußen der Frost auf den Beeten liegt, beginnt die beste Gartenarbeit des Jahres drinnen am Küchentisch. Ein durchdachter Plan im Januar erspart später das hektische Improvisieren im Beet, verhindert teure Fehlkäufe beim Saatgut und sorgt dafür, dass am Ende auch wirklich etwas erntereif wird. Eine Tasse Tee, ein Blatt Papier und eine Stunde Ruhe sind alles, was Sie dafür brauchen.

Den Beetplan zeichnen

Zeichnen Sie Ihre Beete maßstabsgetreu auf, am besten auf kariertem Papier, wo ein Kästchen für eine bestimmte Fläche steht. Tragen Sie ein, was wohin soll, und denken Sie dabei an die Höhe der Pflanzen – hohe Bohnen oder Tomaten gehören nach Norden, damit sie den niedrigen Salat nicht beschatten. Wer das auf Papier durchspielt, merkt schnell, wie wenig Platz man tatsächlich hat.

Genau hier liegt der wichtigste Punkt, den fast alle im Frühjahrsrausch übersehen: Bleiben Sie realistisch. Lieber drei Gemüsesorten gut gepflegt als zehn halbherzig, denn ein überfülltes Beet bringt am Ende weniger Ertrag und macht doppelt so viel Arbeit. Planen Sie auch die Wege ein, damit Sie überall hinkommen, ohne in die Beete zu treten.

Fruchtfolge und Mischkultur

Pflanzen Sie nie dasselbe Gemüse zwei Jahre hintereinander an dieselbe Stelle, sonst laugen Sie den Boden einseitig aus und ziehen Krankheiten geradezu an. Notieren Sie deshalb in Ihrem Plan, was letztes Jahr wo stand, und rücken Sie die starkzehrenden Kulturen wie Kohl, Kürbis und Tomaten weiter. Auf sie folgen im nächsten Jahr Mittelzehrer wie Möhren oder Zwiebeln, danach genügsame Schwachzehrer und Bohnen, die den Boden sogar mit Stickstoff anreichern.

Die Mischkultur baut auf dem Prinzip auf, dass sich manche Nachbarn vertragen und andere nicht. Möhren und Zwiebeln zum Beispiel halten sich gegenseitig die jeweiligen Fliegen vom Leib, Basilikum tut Tomaten gut. Wir empfehlen, sich für den Anfang auf wenige bewährte Kombinationen zu beschränken, statt jedes Beet zum Experiment zu machen – das überfordert sonst schnell.

Saatgut sichten und den Aussaatkalender erstellen

Bevor Sie neues Saatgut bestellen, holen Sie zuerst die alten Tütchen aus der Schublade und prüfen das Haltbarkeitsdatum. Viele Samen keimen auch ein, zwei Jahre über dem aufgedruckten Datum noch zuverlässig, andere wie Pastinaken oder Porree verlieren ihre Keimkraft schnell – im Zweifel hilft eine Keimprobe auf feuchtem Küchenpapier. Erst danach schreiben Sie auf, was wirklich fehlt, und bestellen gezielt bei einer Gärtnerei oder im gut sortierten Gartencenter.

Zum Schluss übertragen Sie alles in einen einfachen Aussaatkalender: Was wird wann auf der Fensterbank vorgezogen, was kommt direkt ins Beet, und ab wann ist nach den Eisheiligen Mitte Mai mit Frost nicht mehr zu rechnen. Tomaten und Paprika ziehen Sie schon ab Ende Februar im Warmen vor, widerstandsfähige Salate und Radieschen kommen ab März in den Boden. Wenn dieser Kalender steht, ist die eigentliche Gartensaison im Kopf längst eröffnet, lange bevor der erste Spaten in die Erde geht.