Ein Gewächshaus oder ein Frühbeet verlängert die Gartensaison an beiden Enden und schenkt Ihnen Ernte, wenn draußen noch nichts wächst. Schon ein kleines Frühbeet, das im Grunde ein flacher, abgedeckter Kasten ist, verschafft frühen Aussaaten den entscheidenden Vorsprung von mehreren Wochen. Bevor die erste Saat hineinkommt, lohnt sich allerdings etwas Vorbereitung, die über Erfolg und Misserfolg entscheidet.
Reinigen und desinfizieren
Über den Winter sammeln sich in Gewächshaus und Frühbeet Algen, Schmutz und vor allem Pilzsporen, die den jungen Pflänzchen gefährlich werden. Reinigen Sie deshalb vor der Saison alle Scheiben und Abdeckungen gründlich, denn jeder Belag kostet wertvolles Licht, das die Sämlinge im Frühjahr dringend brauchen. Wischen Sie die Flächen innen und außen ab, säubern Sie auch die Rahmen und Ecken, in denen sich gerne Schädlinge verstecken, und spülen Sie alte Töpfe und Anzuchtschalen heiß aus. Wir empfehlen, dabei auf scharfe Chemie zu verzichten und stattdessen mit heißem Wasser und etwas Schmierseife oder verdünntem Essigreiniger zu arbeiten, das genügt vollkommen und belastet die spätere Kultur nicht.
Frühe Aussaaten und der richtige Zeitpunkt
Im geschützten Raum können Sie schon ab Februar und März säen, lange bevor das Freiland bereit ist. Salat, Radieschen, Spinat, Kohlrabi und Möhren vertragen die kühlen, aber frostfreien Bedingungen gut, und für die Anzucht von Tomaten, Paprika und Gurken ist das Gewächshaus ohnehin der ideale Ort. Säen Sie nicht alles auf einmal, sondern in kleinen Etappen im Abstand von zwei Wochen, so verteilen Sie die Ernte und haben über Wochen frischen Nachschub statt einer einzigen Schwemme.
Temperatur und Lüften gegen Pilz
Der häufigste Fehler im Frühjahr ist zu viel Wärme bei zu wenig frischer Luft, denn in der feuchtwarmen Stille gedeihen Pilzkrankheiten wie der gefürchtete Grauschimmel prächtig. Öffnen Sie deshalb an sonnigen Tagen die Fenster oder klappen Sie den Frühbeetdeckel auf, schon bei milden 12 bis 15 Grad sollte Luft zirkulieren können. An der Frischluft führt kein Weg vorbei, außer es herrscht draußen strenger Frost. Achten Sie darauf, abends rechtzeitig wieder zu schließen, bevor die Temperatur fällt.
Frostschutz und was wann ins Frühbeet kommt
In klaren Nächten kann die Temperatur im Glashaus überraschend tief sinken, deshalb halten Sie an kalten Nächten Schutz bereit. Ein Vlies über die empfindlichen Sämlinge gelegt, eine alte Decke auf dem Frühbeetdeckel oder mit Wasser gefüllte schwarze Flaschen, die tagsüber Wärme speichern und nachts abgeben, helfen erstaunlich gut. Ins Frühbeet kommen zuerst die widerstandsfähigen Salate und Radieschen ab Februar, später folgen vorgezogene Jungpflanzen, und ab Mai, wenn die Eisheiligen vorüber sind, machen die wärmeliebenden Gurken und Tomaten den Platz spannend.