Der Hauswirtschaftsraum ist der ehrlichste Raum im Haus, weil ihn nie ein Gast zu sehen bekommt und sich deshalb über Jahre alles dort ansammelt, wofür anderswo kein Platz ist. Halb volle Reinigerflaschen, drei angebrochene Packungen Waschmittel, ein Bügeleisen, das niemand mehr benutzt, und irgendwo ganz hinten der Vorrat an Klopapier, den niemand wiederfindet. Wenn Sie diesen Raum oder auch nur den Putzschrank unter der Spüle ordnen wollen, fangen Sie nicht mit Kaufen an, sondern mit Ausräumen. Stellen Sie alles heraus, wischen Sie die leeren Regale aus und entscheiden Sie bei jedem Gegenstand ehrlich, ob er bleibt.
In Zonen denken
Der ganze Raum wird übersichtlich, sobald Sie ihn in drei klare Zonen teilen, statt alles bunt durcheinander einzuräumen. Die Wäschezone bündelt Waschmittel, Weichspüler, Fleckenmittel, Wäscheklammern und den Korb für Schmutzwäsche an einem Platz, am besten in der Nähe der Waschmaschine. Die Reinigungszone fasst alles zusammen, was Sie zum Putzen durchs Haus tragen, von Allzweckreiniger über Schwämme bis zum Eimer. Die Vorratszone schließlich nimmt Nachschub auf, also Ersatzschwämme, Müllbeutel, Toilettenpapier und Spülmaschinentabs, und gehört nach hinten oder nach oben, weil Sie dort seltener herangehen.
Eine kleine Beobachtung am Rande: Sobald jede Kategorie ihren festen Platz hat, kaufen Sie automatisch weniger doppelt, weil Sie auf einen Blick sehen, was schon da ist.
Weniger Reiniger, sicher gelagert
Die meisten Haushalte besitzen ein gutes Dutzend Spezialreiniger, von denen die Hälfte dasselbe kann. Wir empfehlen, radikal auszudünnen: Ein Allzweckreiniger, ein Bad- und Sanitärreiniger, ein Glasreiniger, etwas Scheuermilch und Essigreiniger gegen Kalk decken den allergrößten Teil ab. Verzichten Sie auf die zahllosen Duft- und Oberflächenvarianten, die nur Geld kosten und Platz wegnehmen. Was bleibt, lagern Sie sicher, und das heißt vor allem außer Reichweite von Kindern.
- Reiniger immer in der Originalflasche mit Etikett lassen, nie in alte Getränkeflaschen umfüllen, denn genau so passieren die schlimmen Verwechslungen.
- Aggressive Mittel wie Rohrreiniger oder Chlor getrennt und in einem verschließbaren Oberschrank aufbewahren.
- Niemals Chlorreiniger und Essig- oder Kalkentferner zusammen verwenden; dabei entsteht giftiges Chlorgas.
Haken, Regale und ein ehrliches Wort zur Mikrofaser
Die Wand über der Waschmaschine ist meist verschenkte Fläche. Eine schmale Regalleiste, ein paar Haken für Besen, Wischmopp und Handfeger und ein Hängekorb für Putztücher schaffen erstaunlich viel Ordnung, und montiert ist das in einer guten halben Stunde. Besen und Mopp gehören an die Wand statt in die Ecke, wo sie ständig umkippen, und ein Schuhkarton oder eine flache Box hält Kleinkram wie Schwämme und Bürsten zusammen. Für das tägliche Wischen reicht in den allermeisten Fällen ein guter Mikrofaserlappen mit klarem Wasser, der Staub, Fett und die meisten Verschmutzungen ohne jede Chemie löst.
Das funktioniert wunderbar im Alltag, nur nicht überall: Im Bad und auf der Toilette brauchen Sie nach wie vor einen Sanitärreiniger, der tatsächlich desinfiziert, und auf empfindlichem Naturstein hat das raue Mikrofasergewebe nichts verloren, weil es die polierte Oberfläche mit der Zeit zerkratzt.