Heizkosten sparen

Heizkosten senken ohne zu frieren: Die wirksamsten Handgriffe für Ihr Zuhause

Heizkosten senken ohne zu frieren: Die wirksamsten Handgriffe für Ihr Zuhause

Wenn die Abrechnung im Frühjahr ins Haus flattert, ist der Schreck oft groß, dabei lässt sich ein guter Teil der Heizkosten mit kleinen Eingriffen drücken, für die Sie keinen Handwerker brauchen. Vieles davon kostet nichts außer einer halben Stunde Zeit, und keiner dieser Schritte zwingt Sie dazu, im kalten Wohnzimmer zu sitzen. Es geht nicht ums Frieren, sondern darum, dass die vorhandene Wärme nicht ungenutzt verpufft. Die größten Hebel liegen dabei oft an den unscheinbarsten Stellen.

Heizkörper entlüften und freistellen

Gluckert oder rauscht es im Heizkörper, oder wird er oben kalt, während er unten warm ist, dann hat sich Luft im System gesammelt und blockiert die Wärmeabgabe. Das Entlüften mit einem kleinen Vierkantschlüssel für etwa 3,00 EUR aus dem Baumarkt dauert pro Heizkörper keine zwei Minuten und sollte zu Beginn jeder Heizsaison erledigt werden. Halten Sie ein Tuch und eine Schale unter das Ventil, drehen Sie es vorsichtig auf, bis die Luft zischend entweicht, und schließen Sie es wieder, sobald Wasser kommt.

Genauso wichtig ist es, dass die Wärme überhaupt in den Raum gelangen kann. Ein Heizkörper, der hinter dem Sofa, unter langen Vorhängen oder hinter einer Verkleidung versteckt ist, gibt seine Wärme an die Möbel statt an den Raum ab — stellen Sie ihn frei, und die Wärme verteilt sich, wie sie soll.

Das Thermostat richtig nutzen

Ein verbreiteter Irrglaube hält sich hartnäckig: Wer das Thermostat voll aufdreht, glaubt, der Raum werde dadurch schneller warm. Das stimmt nicht, denn das Thermostat regelt nur die Zieltemperatur, nicht das Tempo — bei Stufe 5 heizt der Körper genauso schnell wie bei Stufe 3, nur eben über das gewünschte Ziel hinaus, was unnötig Energie kostet. Die Stufen entsprechen ungefähr festen Temperaturen, wobei Stufe 3 etwa 20 Grad bedeutet, was im Wohnzimmer für die meisten angenehm ist. Im Schlafzimmer reichen oft 17 bis 18 Grad, und genau hier liegt der größte Spareffekt: Jedes Grad weniger Raumtemperatur senkt den Verbrauch um rund sechs Prozent. Programmierbare Thermostate, etwa von Bosch, regeln das automatisch und kosten sich über eine Saison oft selbst wieder ein.

Richtig lüften und die Nacht nutzen

Beim Lüften wird im Winter am meisten Wärme verschenkt, und zwar meist durch das dauergekippte Fenster. Ein gekipptes Fenster tauscht kaum Luft aus, kühlt dafür aber Wände und Fensterlaibung über Stunden aus, die danach mühsam wieder aufgeheizt werden müssen. Die bessere Methode ist das Stoßlüften: Reißen Sie die Fenster zwei- bis dreimal täglich für fünf bis zehn Minuten weit auf, am besten quer durch die Wohnung, sodass die verbrauchte feuchte Luft rasch gegen frische getauscht wird, ohne dass die Wände auskühlen. Drehen Sie währenddessen die Thermostate herunter.

Nachts und während längerer Abwesenheit lohnt sich die Nachtabsenkung, bei der die Heizung um wenige Grad zurückgefahren wird. Sie sollten die Temperatur dabei allerdings nicht zu stark absenken, denn ein vollständig ausgekühltes Haus wieder aufzuheizen verbraucht am Ende mehr, als die Absenkung gespart hat — gerade in schlecht gedämmten Altbauten.