Sobald die ersten kalten Nächte kommen, fällt das Laub schneller, als man es zusammenrechen kann, und der erste Reflex ist meist die Biotonne. Dabei verschenken Sie damit das beste Bodenmaterial, das Ihnen der Garten kostenlos vor die Füße legt. Ein dünner Teppich aus Buchen- oder Ahornblättern schützt die Wurzeln Ihrer Stauden vor Frost, hält die Bodenfeuchte und verwandelt sich bis zum Frühjahr in nährstoffreiche Erde, für die Sie im Gartencenter sonst gut und gerne 8,00 EUR pro Sack bezahlen. Verzichten Sie also auf das vollständige Wegräumen, zumindest auf den Beeten.
Laubmulch direkt auf die Beete
Die einfachste Verwertung ist auch die wirksamste. Verteilen Sie das Laub in einer Schicht von etwa fünf bis zehn Zentimetern zwischen Ihren Stauden und unter Sträuchern, und schon haben Sie eine Mulchdecke, die Unkraut unterdrückt und Regenwürmer anlockt. Große, ledrige Blätter von Eiche, Walnuss oder Platane zersetzen sich allerdings langsam und neigen dazu, eine luftundurchlässige Pappschicht zu bilden, weshalb Sie diese vorher mit dem Rasenmäher häckseln sollten. Ein Mäher mit Fangkorb erledigt das Sammeln und Zerkleinern in einem Arbeitsgang, und das geschredderte Material verrottet deutlich schneller. (Bei uns liegt die Walnuss traditionell als Letzte auf dem Rasen, und genau ihr Laub macht die meiste Arbeit.) Rosenbeete danken Ihnen eine solche Decke besonders, weil die empfindliche Veredelungsstelle so geschützt überwintert.
Laubkompost und Lauberde
Wer eine ruhige Ecke übrig hat, setzt einen reinen Laubhaufen oder einen einfachen Drahtkorb an und lässt die Natur arbeiten. Nach etwa einem Jahr entsteht daraus die krümelige, dunkle Lauberde, die sich hervorragend zum Aufbessern von Pflanzerde und als Zusatz für Aussaaten eignet. Schichten Sie das Laub locker ein, halten Sie es leicht feucht und mischen Sie ab und zu eine Handvoll Hornspäne oder fertigen Kompost unter, damit die Mikroorganismen genug Stickstoff für die Zersetzung bekommen. Das funktioniert zuverlässig — außer bei reinem Eichen- und Walnusslaub, das viele Gerbstoffe enthält und gut doppelt so lange braucht. Die bessere Wahl für schnellen Kompost ist daher eine Mischung aus verschiedenen Laubarten.
Ein Quartier für Igel und Insekten
Schichten Sie an einer geschützten, ungestörten Stelle einen lockeren Laubhaufen auf, am besten mit ein paar Ästen darunter, und Sie schaffen damit ein Winterquartier, in das ein Igel von November bis März einzieht. Auch zahllose Käfer, Spinnen und Schmetterlingspuppen überdauern den Winter in dieser Laubschicht, weshalb Sie den Haufen bis weit ins Frühjahr stehen lassen sollten. Rühren Sie ihn auf keinen Fall mit der Mistgabel um, wenn Sie nicht sicher sind, dass er leer ist.
Wo Laub wirklich schadet
Auf dem Rasen hat das Laub nichts verloren: Liegt es zu lange, fehlt dem Gras das Licht, und es entstehen kahle, gelbe Stellen, die sich erst im Mai wieder schließen. Räumen Sie die Rasenfläche also spätestens alle paar Tage ab. Auch aus dem Gartenteich gehört das Laub heraus, denn sinkt es auf den Grund, fault es dort und entzieht dem Wasser über den Winter den Sauerstoff, was den Fischen gefährlich wird. Ein gespanntes Netz über der Wasseroberfläche erspart Ihnen das ständige Abkeschern.