Wer im Sommer das Summen der Bienen und das Flattern der Schmetterlinge vermisst, hat es in der Hand, das zu ändern, denn ein insektenfreundlicher Garten lässt sich auf wenigen Quadratmetern verwirklichen. Es kommt weniger auf die Größe an als auf die richtige Pflanzenwahl und auf den Mut, ein paar Ecken einfach wilder zu lassen. Schon kleine Veränderungen bringen erstaunlich schnell mehr Leben ins Beet.
Heimische Wildblumen statt gefüllter Sorten
Der größte Hebel liegt in der Pflanzenauswahl, und hier machen viele Gärten den entscheidenden Fehler. Gefüllte Zuchtsorten mit ihren dicht gepackten Blütenblättern mögen prächtig aussehen, doch sie bieten Insekten weder Pollen noch Nektar, weil die Staubblätter zu zusätzlichen Blütenblättern umgezüchtet wurden. Setzen Sie stattdessen auf heimische Wildblumen und ungefüllte Stauden wie Glockenblume, Witwenblume, Natternkopf, Margerite und Wilde Möhre, die Bienen und Schwebfliegen reich gedeckte Tische bereiten. Eine Wildblumenmischung für heimische Arten bekommen Sie von Neudorff oder im Gartencenter ab etwa 5,00 EUR pro Tüte, und sie reicht oft für mehrere Quadratmeter. Achten Sie beim Kauf auf den Hinweis „heimische Arten“, denn nicht jede bunte Mischung erfüllt den Zweck.
Blühzeiten staffeln
Insekten brauchen vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätherbst durchgehend Nahrung, nicht nur im üppigen Juni. Planen Sie deshalb Ihre Pflanzen so, dass immer etwas blüht: Krokus, Winterling und Weidenkätzchen versorgen die ersten Hummeln im März, Stauden tragen durch den Sommer, und Astern, Fetthenne sowie Efeu liefern im Herbst die letzte wichtige Tracht vor dem Winter. Diese Staffelung funktioniert gut und macht den Garten über Monate lebendig, außer Sie mähen alles im Hochsommer radikal ab und reißen damit eine Lücke in die Versorgung.
Nisthilfen, die wirklich helfen
Ein Insektenhotel ist schnell gekauft, doch viele Modelle aus dem Baumarkt sind handwerklich so schlecht gemacht, dass keine Wildbiene einzieht. Achten Sie auf saubere, splitterfreie Bohrlöcher in Hartholz mit Durchmessern von zwei bis neun Millimetern, und meiden Sie aufgeplatzte Bambusröhrchen oder lockere Kiefernzapfen. Hängen Sie die Nisthilfe sonnig, regengeschützt und fest auf, mit der Öffnung nach Süden oder Südosten. Ebenso wertvoll sind übrigens unaufgeräumte Strukturen, die nichts kosten.
Totholz, Steinhaufen und nächtliche Ruhe
Räumen Sie nicht jeden Winkel pingelig auf, denn ein Haufen Totholz in einer ruhigen Ecke wird zum Zuhause für Käfer, Wildbienen und Igel, und ein sonniger Steinhaufen bietet Eidechsen und Wildbienen Unterschlupf. Lassen Sie Verblühtes über den Winter stehen, denn in hohlen Stängeln überwintern unzählige Insekten. Ein dringender Rat zum Schluss: Lassen Sie den Mähroboter nachts ruhen, denn er ist eine tödliche Gefahr für Igel, die in der Dämmerung und Dunkelheit auf Nahrungssuche gehen und sich bei Gefahr zusammenrollen statt zu fliehen.