Selbst angebaute Kartoffeln gehören zu den dankbarsten Erlebnissen im Gemüsegarten, denn der Aufwand ist gering und der Ertrag aus wenigen Knollen erstaunlich groß. Wer die Pflanzkartoffeln vor dem Legen vorkeimen lässt, gewinnt zwei bis drei Wochen Vorsprung und kann entsprechend früher ernten. Und das Schöne ist: Sie brauchen dafür kein Beet, ein Sack oder Kübel auf der Terrasse genügt vollkommen.
Vorkeimen: hell und kühl
Beginnen Sie etwa vier bis sechs Wochen vor dem geplanten Legetermin, also meist ab Mitte bis Ende März. Legen Sie die Pflanzkartoffeln mit der augenreichen Seite nach oben in flache Kisten oder einen alten Eierkarton und stellen Sie diese an einen hellen, kühlen Ort mit etwa 10 bis 15 Grad, etwa ins Treppenhaus oder an ein kühles Fenster. Wichtig ist genau diese Kombination aus Licht und Kühle, denn im Dunkeln und in der Wärme bilden sich lange, blasse und brüchige Triebe, während sich im Hellen kurze, kräftige und grünliche Keime entwickeln, die das Legen unbeschadet überstehen. Nach einigen Wochen sind diese gedrungenen Triebe ein bis zwei Zentimeter lang, und genau dann sind die Knollen bereit für die Erde.
Legezeit, Abstand und Tiefe
Ab Mitte April, wenn der Boden sich auf etwa 8 Grad erwärmt hat und keine harten Fröste mehr drohen, dürfen die vorgekeimten Kartoffeln ins Beet. Ziehen Sie Furchen von rund 10 cm Tiefe, legen Sie die Knollen mit den Trieben nach oben hinein und halten Sie etwa 30 cm Abstand in der Reihe sowie 60 bis 70 cm zwischen den Reihen. Decken Sie die Knollen mit Erde ab und gießen Sie bei trockenem Wetter an. Achten Sie darauf, die Triebe beim Legen nicht abzubrechen, denn jeder verlorene Keim kostet Sie Ertrag.
Anhäufeln nicht vergessen
Sobald die Pflanzen rund 20 cm hoch sind, häufeln Sie Erde von beiden Seiten zu einem kleinen Wall an den Stängeln an, und das wiederholen Sie im Lauf des Wachstums ein- bis zweimal. Das Anhäufeln hat zwei Aufgaben: Es regt die Bildung weiterer Knollen an und schützt die oberflächennahen Kartoffeln vor Licht, denn belichtete Knollen werden grün und bilden giftiges Solanin. Verzichten Sie also keinesfalls auf diesen Schritt, er ist mit der wichtigste der ganzen Kultur.
Frühe und späte Sorten, Anbau im Sack
Frühe Sorten wie Annabelle oder Sieglinde liefern schon nach gut zehn Wochen die ersten zarten Knollen, eignen sich aber kaum zum Lagern. Späte Sorten brauchen länger, bringen dafür höhere Erträge und lassen sich über den Winter aufbewahren. Wer keinen Garten hat, füllt einen Pflanzsack oder einen großen Kübel mit mindestens 40 Litern: Geben Sie zunächst nur eine Schicht Erde und zwei bis drei Knollen ein und füllen Sie nach, sobald das Kraut wächst. So ersetzen Sie das Anhäufeln und ernten am Ende der Saison, indem Sie den Sack einfach auskippen, was Kinder im Garten regelmäßig begeistert.