Kompost

Kompost richtig anlegen und im Frühjahr aktivieren

Kompost richtig anlegen und im Frühjahr aktivieren

Ein eigener Kompost ist die einfachste Art, aus Küchenresten und Gartenabfällen kostenlosen, hochwertigen Dünger zu machen, und er nimmt obendrein die Hälfte des Bioabfalls aus der Tonne. Wer einmal gesehen hat, wie aus Kartoffelschalen, Laub und Rasenschnitt nach Monaten eine krümelige, nach Waldboden duftende Erde wird, legt so schnell keinen Kompost mehr zu den Akten. Das Frühjahr ist der beste Zeitpunkt, um neu anzulegen oder einen über den Winter erkalteten Haufen wieder in Schwung zu bringen. Mit ein paar Grundregeln gelingt das auch im kleinen Garten ohne Geruch und ohne Rattenbesuch.

Standort und Aufbau

Der richtige Platz entscheidet schon über die halbe Miete, und die meisten stellen den Kompost an die falsche Stelle. Ideal ist ein halbschattiger Standort unter einem Strauch oder Baum, denn in der prallen Sonne trocknet der Haufen aus, im tiefen Schatten bleibt er zu kalt und nass. Setzen Sie den Kompost direkt auf offenen Boden und nicht auf Beton oder Platten, weil Regenwürmer und Bodenlebewesen von unten einwandern müssen, die die eigentliche Arbeit erledigen. Ein einfacher Schnellkomposter aus Kunststoff oder ein offener Holzlattenkompost tun es gleichermaßen, fertig kostet so ein Behälter zwischen 30,00 und 80,00 EUR.

Die richtige Schichtung

Der häufigste Fehler beim Kompostieren ist ein zu nasser, faulender Haufen, und der entsteht fast immer durch zu viel Grünzeug auf einmal. Das Geheimnis ist die Mischung aus stickstoffreichem „Grün“ und kohlenstoffreichem „Braun“, die Sie abwechselnd schichten statt alles übereinanderzukippen. Grün sind feuchte, weiche Reste wie Rasenschnitt, Gemüseabfälle und Kaffeesatz; braun sind trockene, holzige Materialien wie Laub, Zweige, Stroh und zerrissene Pappe.

  • Hinein dürfen rohe Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz mit Filter, Eierschalen, Rasenschnitt, Laub und unbehandeltes Holz.
  • Nicht hinein gehören gekochte Speisereste, Fleisch und Fisch, weil sie Ratten anlocken und stinken.
  • Ebenfalls draußen bleiben kranke Pflanzen, samentragendes Unkraut und alles aus Hochglanzpapier oder Plastik.

Umsetzen, Reifen und als Dünger nutzen

Damit der Kompost gleichmäßig verrottet und nicht nur in der Mitte heiß wird, sollten Sie ihn ein- bis zweimal im Jahr umsetzen, also komplett umschichten. Das bringt Sauerstoff hinein, der die Mikroorganismen am Leben hält, und vermischt die trockenen Außenränder mit dem feuchten Kern. Im Frühjahr aktivieren Sie einen trägen Haufen, indem Sie ihn umsetzen, bei Trockenheit etwas wässern und eine Handvoll Kompostbeschleuniger oder Hornspäne von Neudorff einarbeiten, was die Verrottung spürbar ankurbelt. Bis aus frischem Material fertige Komposterde wird, vergehen je nach Jahreszeit und Pflege etwa sechs bis zwölf Monate.

Reifen Kompost erkennen Sie daran, dass er dunkel, krümelig und nach Walderde riecht, und das Ausgangsmaterial nicht mehr zu erkennen ist. Sieben Sie ihn durch ein grobes Gitter, geben Sie die groben Reste zurück in den neuen Haufen und arbeiten Sie die feine Erde im Frühjahr flach in die Beete ein. Übertreiben sollten Sie es allerdings nicht, denn reifer Kompost ist nährstoffreich, und auf eine dünne Schicht von zwei bis drei Litern pro Quadratmeter reagieren die meisten Gemüse besser als auf eine dicke Lage, die manche Starkzehrer regelrecht überdüngt.