Frische Kräuter im Dezember klingen verlockend, doch wer im Winter Basilikum auf die Nordfensterbank stellt, erntet meist nur Enttäuschung. Das Problem ist fast immer das Licht, manchmal die Heizungsluft, und überraschend oft der billige Supermarkttopf, der gar nicht zum Wachsen gedacht war. Mit der richtigen Auswahl und ein paar Handgriffen lässt sich die Fensterbank aber auch in der dunklen Jahreszeit zur kleinen Kräuterküche machen.
Welche Kräuter im Winter funktionieren
Setzen Sie auf die genügsamen Sorten. Schnittlauch, Petersilie und Kresse kommen mit wenig Licht erstaunlich gut zurecht, während mediterrane Sonnenanbeter wie Basilikum und Thymian im Dezember auf der Fensterbank meist mickern. Kresse ist der dankbarste Anfang überhaupt: Sie säen sie auf feuchtes Küchenpapier oder etwas Erde und ernten schon nach gut einer Woche.
Petersilie und Schnittlauch wachsen langsamer, halten aber wochenlang durch, wenn Sie sie nicht überfordern. Wer es mit Basilikum versuchen will, braucht den hellsten Südwestplatz im Haus und realistischerweise eine Zusatzbeleuchtung. Verzichten Sie im tiefsten Winter lieber auf empfindliche Sorten und holen Sie sich diese Freude im Frühjahr zurück, wenn das Tageslicht von allein wiederkommt.
Den Supermarkt-Topf retten
Der typische Topfbasilikum aus dem Supermarkt ist nicht eine Pflanze, sondern ein dicht gedrängtes Bündel aus oft fünfzig Sämlingen, die sich gegenseitig das Wasser wegnehmen. Genau deshalb gehen diese Töpfe nach einer Woche ein. Wenn Sie so einen Topf retten wollen, teilen Sie den Wurzelballen vorsichtig in drei oder vier Portionen und setzen Sie jede in einen eigenen, etwas größeren Topf mit frischer Kräutererde von Floragard oder Compo.
Gießen Sie nach dem Umtopfen einmal kräftig und stellen Sie die Pflanzen ein paar Tage etwas schattiger, damit sie sich erholen. Das funktioniert gut – außer bei Töpfen, deren Wurzeln schon braun und matschig sind, denn faule Wurzeln treiben nicht mehr aus. Solche Pflanzen sind nicht mehr zu retten, da hilft nur ein frischer Start.
Licht und Pflanzenlampe
Im Dezember reicht das Tageslicht in Deutschland an vielen Tagen schlicht nicht aus. Eine einfache Pflanzenlampe für die Fensterbank gibt es ab etwa 20,00 EUR, und sie verlängert den künstlichen Tag auf zwölf bis vierzehn Stunden. Stellen Sie sie über eine Zeitschaltuhr, damit der Rhythmus gleichmäßig bleibt.
Gießen und ernten
Im Winter ist weniger Wasser fast immer besser, weil die Pflanzen langsamer wachsen und auf der Fensterbank über der Heizung schnell die Wurzeln faulen. Fühlen Sie mit dem Finger, ob die obere Erdschicht trocken ist, und gießen Sie erst dann – nasse Füße vertragen Kräuter im Dezember noch schlechter als im Sommer. Achten Sie außerdem darauf, dass die Blätter nicht die kalte Fensterscheibe berühren.
Beim Ernten gilt: regelmäßig und nicht zu viel auf einmal. Schneiden Sie bei Schnittlauch immer ganze Halme dicht über dem Boden, nicht nur die Spitzen, dann treibt er kräftiger nach. Petersilie zupfen Sie von außen nach innen, damit das Herz der Pflanze weiterwachsen kann. So haben Sie über Wochen frisches Grün auf dem Teller, auch wenn draußen längst Schnee liegt.