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Orchideen zum Nachblühen bringen: Phalaenopsis richtig pflegen

Orchideen zum Nachblühen bringen: Phalaenopsis richtig pflegen

Eine Phalaenopsis blüht oft monatelang, und dann fällt die letzte Blüte, der Stiel wird gelb, und die Pflanze steht plötzlich nackt auf der Fensterbank. Viele werfen sie an diesem Punkt weg, und das ist jammerschade, denn keine andere Zimmerpflanze lässt sich so zuverlässig zum zweiten und dritten Mal in Blüte bringen. Die beliebte Schmetterlingsorchidee verzeiht erstaunlich viel, nur nicht die zwei klassischen Fehler: zu viel Wasser und zu wenig Geduld. Wer beides in den Griff bekommt, hat im Februar oder März wieder einen neuen Blütentrieb.

Der Schnitt nach der Blüte

Sobald die letzte Blüte gefallen ist, schauen Sie sich den Blütenstiel genau an, denn von ihm hängt das weitere Vorgehen ab. Ist der Stiel noch grün und saftig, schneiden Sie ihn etwa einen Zentimeter über dem zweiten oder dritten „Auge“ von unten ab, also über einer dieser kleinen, etwas verdickten Knospenstellen. Aus einem solchen Auge treibt die Pflanze häufig einen Seitentrieb mit neuen Blüten, und das geht deutlich schneller, als wenn sie einen ganz neuen Stiel bilden muss. Ist der Stiel dagegen schon vertrocknet und braun, schneiden Sie ihn bodennah ganz heraus, weil dort nichts mehr passiert.

Licht, Wasser und der richtige Reiz

Phalaenopsis-Orchideen wollen es hell, aber niemals in der prallen Mittagssonne, die ihre Blätter binnen weniger Stunden verbrennt. Ein Ost- oder Westfenster ist ideal, ein Südfenster nur mit einem dünnen Vorhang als Schutz. Gegossen wird nicht, getaucht: Stellen Sie den Topf einmal pro Woche für etwa zehn Minuten in einen Eimer mit zimmerwarmem, kalkarmem Wasser, lassen Sie ihn danach gründlich ablaufen und setzen Sie ihn erst zurück, wenn kein Wasser mehr aus den Löchern tropft. Staunässe ist der sichere Tod der Orchidee, weil die Wurzeln dann faulen.

Und jetzt der Trick, den viele nicht kennen: Die Pflanze braucht einen Temperaturreiz, um einen neuen Blütentrieb anzulegen.

  • Stellen Sie die Orchidee für drei bis vier Wochen an einen kühleren Ort, etwa ein ungeheiztes Schlafzimmer mit 16 bis 18 Grad.
  • Ideal ist ein deutlicher Unterschied zwischen Tag und Nacht von rund 5 Grad, wie er sich an einem hellen Fenster im Spätwinter von selbst ergibt.
  • Sobald sich ein neuer Trieb zeigt, darf sie wieder an ihren warmen Stammplatz zurück.

Umtopfen in Rinde, nicht in Erde

Wenn die Wurzeln aus dem Topf quellen oder das Substrat zu feinem Mulm zerfallen ist, wird es Zeit zum Umtopfen, und das machen Sie am besten gleich nach der Blüte. Verwenden Sie niemals normale Blumenerde, sondern spezielles Orchideensubstrat aus grober Pinienrinde, das es bei Dehner oder Floragard für etwa 5,00 bis 8,00 EUR pro Beutel gibt. Diese groben Stücke sorgen dafür, dass Luft an die Wurzeln kommt, denn in der Natur klammert sich die Phalaenopsis an Baumrinde und wächst gerade nicht im Boden. Schneiden Sie beim Umtopfen alle matschigen, hohlen Wurzeln heraus und behalten Sie nur die festen, silbrig-grünen.

Eine Einschränkung, die ehrlich dazugehört: Eine Pflanze, deren Wurzeln vollständig verfault sind, retten Sie auch mit dem besten Substrat nicht mehr. Wer aber rechtzeitig taucht statt gießt und der Orchidee ihre kühle Pause gönnt, sieht im nächsten Frühjahr wieder einen Bogen voller Blüten am Küchenfenster.