Nach dem Winter sieht selbst ein gepflegter Rasen meist mitgenommen aus: Moos in den schattigen Ecken, ein dichter Filz aus altem Schnittgut und kahle Stellen, wo der Schnee zu lange lag. Mit der richtigen Reihenfolge im Frühjahr holen Sie die Fläche bis zum Frühsommer wieder auf einen dichten, sattgrünen Stand. Wichtig ist vor allem, nichts zu überstürzen, denn der häufigste Fehler ist der Start, wenn der Boden noch nass und kalt ist.
Geduld vor dem ersten Schnitt
Eine Frage vorweg, die sich viele im März stellen: Darf ich schon mähen? Warten Sie, bis der Boden abgetrocknet und das Gras durchgehend etwa 8 bis 10 cm hoch ist, in den meisten Jahren ist das nicht vor Ende März bis Mitte April der Fall. Mähen Sie auf nassem, weichem Boden, hinterlassen die Räder unschöne Spuren und Sie verdichten die Erde, was dem Wurzelwerk schadet. Der erste Schnitt sollte nicht zu kurz ausfallen, etwa 4 bis 5 cm sind ideal, damit sich das Gras kräftigen kann, bevor es Stress bekommt.
Vertikutieren gegen Moos und Filz
Erst nach der ersten Mahd kommt das Vertikutieren an die Reihe, denn die Messer sollen den Filz aus dem kurzen Gras herausreißen, nicht aus dem hohen. Führen Sie das Gerät einmal längs und einmal quer über die Fläche und stellen Sie die Messer nur wenige Millimeter in den Boden, gerade so tief, dass sie Moos und abgestorbenes Material auskämmen. Erschrecken Sie nicht über die Menge, die zusammenkommt, denn genau dieser Filz hat dem Rasen Luft und Wasser genommen. Ein elektrischer Vertikutierer von Bosch oder Gardena kostet je nach Modell zwischen 90,00 und 180,00 EUR und lohnt sich bei größeren Flächen schnell, kleinere Rasenstücke schaffen Sie auch mit einem Handrechen.
Nachsaat in die Lücken
Nach dem Vertikutieren zeigen sich oft kahle Stellen, die Sie sofort mit einer Nachsaat schließen sollten, bevor sich Unkraut oder Moos dort breitmacht. Lockern Sie die Erde in den Lücken leicht an, streuen Sie hochwertiges Saatgut aus und drücken Sie es gut an, damit es Bodenkontakt bekommt. Halten Sie die nachgesäten Stellen die nächsten zwei bis drei Wochen gleichmäßig feucht, denn frisch keimende Gräser vertragen keine Trockenheit. Betreten Sie diese Bereiche in dieser Zeit möglichst wenig.
Der richtige Startdünger
Nach der Strapaze von Mähen und Vertikutieren braucht der Rasen Nährstoffe, um schnell wieder dicht zu werden. Ein stickstoffbetonter Frühjahrs- oder Startdünger, etwa von Compo oder Substral, bringt das Gras zügig in den Wuchs und verdrängt Moos auf natürliche Weise durch dichteres Wachstum. Verteilen Sie den Dünger gleichmäßig, am besten mit einem Streuwagen, und wässern Sie anschließend, falls kein Regen in Sicht ist. Düngen Sie nicht in die pralle Mittagssonne und nicht auf trockenen Boden, sonst riskieren Sie Verbrennungen, die als hässliche braune Streifen zurückbleiben.