Stauden

Stauden im Herbst teilen: So verjüngen Sie Ihre Beete für die nächste Saison

Stauden im Herbst teilen: So verjüngen Sie Ihre Beete für die nächste Saison

Wenn eine Staude in der Mitte verkahlt und nur noch am Rand kräftig blüht, dann teilt sie Ihnen ziemlich deutlich mit, dass sie geteilt werden möchte. Der Herbst nach der Blüte ist für die meisten Arten der richtige Zeitpunkt dafür, weil der Boden noch warm ist und die Pflanze ihre Kraft jetzt in die Wurzeln statt in Blätter steckt. Sie gewinnen dabei nicht nur gesündere, blühfreudigere Pflanzen, sondern ganz nebenbei drei oder vier neue Exemplare, die Sie an anderer Stelle setzen oder über den Gartenzaun verschenken können. Wir empfehlen, diese Gelegenheit alle drei bis vier Jahre zu nutzen.

Warum das Teilen so wichtig ist

Eine Staude, die jahrelang am selben Platz wächst, breitet sich von der Mitte nach außen aus und lässt das alte Zentrum verholzen oder absterben, sodass am Ende ein kahler Ring übrig bleibt. Durch das Teilen entfernen Sie genau diesen erschöpften Kern und pflanzen nur die vitalen Außenstücke neu, die sofort wieder durchstarten. Gleichzeitig lockern Sie den verdichteten Boden auf und können eine Handvoll reifen Kompost oder etwas organischen Dünger von Neudorff einarbeiten, was den Neustart spürbar erleichtert. Der Effekt zeigt sich schon im ersten Frühjahr an der dichteren Belaubung.

Welche Stauden sich jetzt teilen lassen

Kräftige, im Sommer und Frühherbst blühende Arten vertragen die Teilung im Oktober am besten. Dazu gehören vor allem diese Klassiker:

  • Funkien (Hosta) lassen sich problemlos mit dem Spaten zerteilen und treiben zuverlässig wieder aus.
  • Taglilien sind nahezu unverwüstlich und kommen auch mit grober Behandlung zurecht.
  • Phlox sollten Sie sogar regelmäßig teilen, weil sie sonst von innen heraus vergreisen.
  • Auch Astern, Frauenmantel und Storchschnabel danken eine Teilung mit frischem Wuchs.

Empfindlichere oder erst im Frühsommer blühende Stauden wie Pfingstrosen, Tränendes Herz oder hohe Gräser teilen Sie dagegen besser im Frühjahr, weil sie sonst über den Winter zu leicht faulen.

Die Technik mit Spaten und Grabegabel

Stechen Sie den Wurzelballen großzügig rundherum ab und heben Sie ihn vollständig aus dem Boden, bevor Sie ans Teilen gehen. Kleine, weiche Horste wie die der Funkie zerschneiden Sie einfach mit dem Spaten in faustgroße Stücke, von denen jedes mehrere Triebe oder Knospen haben muss. Bei großen, fest verfilzten Ballen greifen Sie zu zwei Grabegabeln, die Sie Rücken an Rücken in die Mitte stechen und dann auseinanderhebeln — diese Methode reißt weniger Wurzeln ab als das brachiale Durchhacken. Setzen Sie die Teilstücke umgehend wieder ein, gießen Sie kräftig an und drücken Sie die Erde fest, damit keine Hohlräume bleiben, in denen die Wurzeln vertrocknen.

Wann der Frühling die bessere Wahl ist

Steht der Winter schon vor der Tür oder ist Ihr Boden schwer und nass, dann warten Sie lieber bis März oder April. Frisch geteilte Stauden brauchen einige Wochen, um neue Faserwurzeln zu bilden, und gelingt ihnen das vor dem ersten harten Frost nicht mehr, frieren die offenen Wurzelenden zurück. Im kalten, klammen Lehmboden faulen die Schnittstellen über den Winter ohnehin schneller, als sie heilen.