Der Winter gilt als schlechte Zeit zum Streichen, weil man ja nicht lüften könne, und genau dieser Glaube hält viele von einem Projekt ab, das im Januar und Februar sogar besonders gut in den Terminkalender passt. Draußen tut sich im Garten nichts, das Wohnzimmer braucht ohnehin eine Auffrischung, und in einem geheizten Raum trocknet moderne Wandfarbe zuverlässig. Es funktioniert wunderbar, wenn Sie zwei Dinge beherzigen: eine vernünftige Vorbereitung und ein durchdachtes Lüftungskonzept. An beidem scheitern die meisten Winteranstriche, nicht an der Kälte selbst.
Untergrund vorbereiten und sauber abkleben
Ein guter Anstrich entsteht zu achtzig Prozent vor dem ersten Pinselstrich, und wer hier schludert, sieht jeden übersprungenen Schritt später an der Wand. Stopfen Sie Risse und alte Dübellöcher mit Spachtelmasse, schleifen Sie die Stellen nach dem Trocknen glatt und wischen Sie die ganze Wand mit einem leicht feuchten Tuch ab, damit der Staub die Farbe nicht abstößt. Stark saugende oder fleckige Untergründe brauchen vorher eine Grundierung, sonst schlägt der alte Fleck irgendwann wieder durch. Kleben Sie anschließend Fußleisten, Steckdosen, Fensterrahmen und Türzargen sauber mit Malerkrepp ab und ziehen Sie es ab, solange die Farbe noch leicht feucht ist, weil die Kante sonst mit abreißt.
Welche Wandfarbe sich lohnt
Bei der Farbe entscheiden zwei Werte über das Ergebnis, und an beiden sollten Sie nicht sparen. Die Deckkraft, angegeben in Klassen von 1 bis 4, sagt, ob Sie mit zwei Anstrichen auskommen oder einen dritten brauchen; Klasse 1 ist die beste. Der Nassabrieb beschreibt, wie gut die getrocknete Farbe Wischen und Putzen verträgt, und gerade in Küche, Flur und Kinderzimmer ist die scheuerbeständige Klasse 1 ihr Geld wert.
- Eine gute, deckende Innenfarbe von Alpina, Schöner Wohnen oder Caparol kostet etwa 30,00 bis 60,00 EUR für 10 Liter und reicht für rund zwei Anstriche auf 40 Quadratmetern.
- Verzichten Sie auf das billigste Eimergebinde für unter 15,00 EUR; die schwache Deckkraft frisst die Ersparnis durch einen dritten Anstrich wieder auf.
- Für Räume mit hoher Feuchte greifen Sie zu einer abriebfesten, leicht abwaschbaren Qualität.
Trocknen und Lüften im geheizten Raum
Hier liegt der eigentliche Knackpunkt des Winterstreichens, und das Missverständnis hält sich hartnäckig. Während des Streichens und in den ersten Stunden bleibt das Fenster geschlossen, weil kalte Zugluft die Farbe stellenweise zu schnell trocknen lässt und unschöne Ansätze hinterlässt. Erst wenn die Oberfläche grifffest ist, in der Regel nach drei bis vier Stunden, lüften Sie kräftig und mehrmals stoßweise, also Fenster für einige Minuten ganz auf statt dauerhaft gekippt. So entweicht die Feuchtigkeit, der typische frische Farbgeruch verfliegt schneller, und Sie holen sich nicht durch das gekippte Fenster die ganze Wärme aus dem Raum.
Streichen Sie in einer festen Reihenfolge, sonst arbeiten Sie sich selbst in die Ecke. Zuerst die Kanten und Ecken mit dem Pinsel, dann die Fläche mit der Rolle Bahn für Bahn nass in nass, immer von der Lichtquelle weg. Ein zweiter Anstrich am nächsten Tag liegt fast immer drin, und genau dann zeigt sich, ob die Farbe ihr Geld wert war.