Kaum eine Zimmerpflanze landet so schnell auf dem Kompost wie der Weihnachtsstern. Dabei liegt das selten an der Pflanze und fast immer an den ersten zehn Minuten nach dem Kauf – nämlich am Weg vom Laden nach Hause. Die Poinsettie stammt aus Mexiko und reagiert auf Kälte empfindlicher als fast jede andere Topfpflanze im Dezembersortiment. Wer das weiß und ein paar einfache Dinge beachtet, hat bis weit in den Februar Freude an den roten Hochblättern.
Der Kälteschock beginnt im Laden
Schon zehn Minuten bei Temperaturen knapp über null Grad reichen, damit die Blätter ein paar Tage später schlapp herunterhängen und abfallen. Achten Sie deshalb beim Kauf darauf, dass die Pflanze im Geschäft nicht direkt neben der zugigen Eingangstür stand. Lassen Sie sich den Weihnachtsstern an der Kasse gut einpacken – Papier reicht völlig, eine geschlossene Tüte hält die Wärme.
Tragen Sie die Pflanze auf dem direkten Weg ins warme Auto und nicht erst durch den halben Weihnachtsmarkt. Steht sie zu Hause, gönnen Sie ihr ein paar Stunden, um sich an die Zimmertemperatur zu gewöhnen, bevor Sie das Papier entfernen. Diese eine Vorsichtsmaßnahme entscheidet öfter über die Haltbarkeit als alles, was danach kommt.
Der richtige Standort
Der Weihnachtsstern will es hell, warm und vor allem zugfrei. Ein Fensterplatz nach Süden oder Westen ist gut, solange die Blätter nicht die kalte Scheibe berühren. Gift für die Pflanze ist der Standort über einem Heizkörper mit aufsteigender trockener Luft oder direkt neben der Balkontür, die mehrmals täglich geöffnet wird. Eine konstante Raumtemperatur zwischen 18 und 22 Grad ist ideal.
Drehen Sie den Topf alle paar Tage ein Stück, damit die Pflanze gleichmäßig zum Licht wächst und nicht einseitig verkahlt. Das funktioniert gut – außer in einem Raum, in dem es nachts deutlich abkühlt, etwa im Schlafzimmer mit gekipptem Fenster. Dort verliert die Poinsettie schnell ihre unteren Blätter.
Gießen: weniger ist mehr
Der häufigste Pflegefehler heißt Staunässe. Die Wurzeln der Poinsettie faulen schnell, wenn sie dauerhaft im Wasser stehen, und genau das passiert in dekorativen Übertöpfen ohne Abzug. Gießen Sie maßvoll und immer erst dann, wenn sich die obere Erdschicht trocken anfühlt – das ist meist alle zwei bis drei Tage der Fall. Verwenden Sie zimmerwarmes Wasser, denn kaltes Leitungswasser ist für die wärmeliebenden Wurzeln ein kleiner Schock.
Gießen Sie lieber in kleinen Mengen und schütten Sie überschüssiges Wasser nach zehn Minuten aus dem Übertopf ab. Ein einfacher Trick: Stellen Sie den Topf einmal pro Woche kurz in eine Schüssel mit Wasser, lassen ihn vollsaugen und danach gut abtropfen. So vermeiden Sie sowohl Trockenstress als auch nasse Füße. Düngen müssen Sie über Weihnachten übrigens gar nicht – die Pflanze hat genug Reserven, und erst im Frühjahr, wenn sie neu austreibt, lohnt sich etwas Flüssigdünger.