Viele Zimmerpflanzen sehen im Februar deutlich mitgenommener aus als im September, und das liegt fast nie an einem grünen Daumen, der über den Winter abhandengekommen wäre. Die kurzen, trüben Tage, die trockene Heizungsluft und die kühleren Fensterbänke verändern die Bedingungen so grundlegend, dass die gewohnte Pflege aus dem Sommer plötzlich schadet. Wer seine Pflanzen jetzt anders behandelt als in der Wachstumszeit, erspart sich gelbe Blätter, schlaffe Triebe und den ganzen Schädlingsärger im Frühjahr. Die wichtigste Regel lautet: weniger ist mehr.
Weniger gießen, gar nicht düngen
Im Winter ruht das Wachstum der meisten Zimmerpflanzen, und damit sinkt auch ihr Wasserbedarf deutlich. Gießen Sie also spürbar zurückhaltender und warten Sie, bis die obere Erdschicht angetrocknet ist, bevor Sie nachgießen — die meisten Pflanzen sterben im Winter nicht an Durst, sondern ertrinken in zu nasser Erde, in der die Wurzeln faulen. Stechen Sie im Zweifel den Finger zwei Zentimeter tief in die Erde, und gießen Sie nur, wenn es sich dort trocken anfühlt. Auf Dünger verzichten Sie von Oktober bis Februar am besten ganz, weil die Pflanze die Nährstoffe in der Ruhephase nicht verwerten kann und das überschüssige Salz nur die Wurzeln belastet. Erst wenn im März die Tage länger werden und neuer Austrieb kommt, beginnen Sie wieder vorsichtig zu düngen.
Mehr Licht und der Kampf gegen die Heizungsluft
Bei der Lichtmenge dreht sich im Winter alles um, denn was im Sommer ein heller Platz war, kann jetzt zu dunkel sein. Rücken Sie Ihre Pflanzen näher ans Fenster, am besten an ein Süd- oder Westfenster, und putzen Sie die Scheiben, denn jede Verschmutzung kostet wertvolles Licht.
Das eigentliche Winterproblem ist allerdings die trockene Heizungsluft, die viele Zimmerpflanzen aus den feuchten Tropen schlecht vertragen und mit braunen Blattspitzen quittieren. Stellen Sie die Töpfe nicht direkt über die Heizung, sondern halten Sie Abstand, und erhöhen Sie die Luftfeuchte mit einer Schale Wasser auf der Fensterbank oder indem Sie die Pflanzen gruppieren, sodass sie sich gegenseitig befeuchten. Besprühen hilft nur kurzfristig und ist bei behaarten Blättern wie denen der Usambaraveilchen sogar schädlich.
Staub abwischen und Trauermücken bekämpfen
Eine Staubschicht auf den Blättern ist im Winter mehr als ein Schönheitsfehler, denn sie verstopft die Spaltöffnungen und schluckt das ohnehin knappe Licht. Wischen Sie große, glatte Blätter wie die der Monstera oder des Gummibaums alle paar Wochen mit einem feuchten Tuch ab, das wirkt erstaunlich.
Bleibt die Erde durch zu häufiges Gießen dauerhaft feucht, stellen sich fast unweigerlich Trauermücken ein, deren Larven an den feinen Wurzeln fressen. Das Naheliegende — einfach weniger gießen und die Oberfläche abtrocknen lassen — entzieht ihnen die Lebensgrundlage und ist die wirksamste erste Maßnahme. Reicht das nicht, helfen gelbe Leimtafeln gegen die fliegenden Tiere und Nematoden im Gießwasser gegen die Larven im Boden.