Wenn die Tage länger werden und Ihre Zimmerpflanzen die ersten frischen Triebe zeigen, beginnt die beste Zeit zum Umtopfen. Die Pflanzen kommen aus der Winterruhe, wurzeln wieder kräftig und verzeihen den Eingriff in diesen Wochen deutlich besser als im Spätherbst. Wer jetzt handelt, schenkt seiner Monstera oder dem Bogenhanf eine ganze Saison Wachstumsschub.
Woran Sie erkennen, dass es Zeit ist
Drehen Sie den Topf vorsichtig und schauen Sie nach unten: Wachsen dort Wurzeln aus dem Abzugsloch, ist die Pflanze eindeutig zu eng geworden. Ein weiteres Zeichen ist Wasser, das beim Gießen sofort durchläuft, ohne dass die Erde es noch aufnimmt, weil der Ballen längst durchwurzelt ist. Auch wenn sich die Wurzeln spiralförmig an der Topfwand entlangdrücken und den Erdballen wie ein Netz umschließen, sollten Sie nicht länger warten. Bei den meisten Grünpflanzen steht ein Wechsel alle zwei bis drei Jahre an, schnell wachsende Arten wie Efeutute brauchen ihn jährlich, während ein Kaktus jahrelang im selben Gefäß bleiben darf.
Topfgröße, Drainage und Erde
Greifen Sie nicht gleich zum Riesentopf. Der neue sollte nur zwei bis vier Zentimeter mehr Durchmesser haben, denn in einem viel zu großen Gefäß bleibt überschüssige Nässe in der unbewurzelten Erde stehen, und genau das führt zu Fäulnis. Eine Schicht Blähton oder grober Kies am Boden sorgt dafür, dass Gießwasser ablaufen kann, vorausgesetzt der Topf hat ein Abzugsloch. Verzichten Sie auf billige Aktionserde vom Discounter, die oft zu fein und stark verdichtet ist. Wir empfehlen eine torffreie Qualitätserde von Floragard oder Compo, die je nach Packungsgröße zwischen 5,99 EUR und 9,50 EUR kostet und ihre lockere Struktur länger hält.
Wurzeln lockern, aber behutsam
Lösen Sie den alten Ballen vorsichtig aus dem Topf und klopfen Sie überschüssige Erde ab. Sind die Wurzeln stark verfilzt, ziehen Sie das äußere Geflecht mit den Fingern etwas auseinander, damit die Pflanze nach dem Umzug wieder in alle Richtungen treiben kann. Faulige, matschige oder schwarze Wurzeln schneiden Sie mit einer sauberen Schere weg. Das fühlt sich beim ersten Mal an, als würde man der Pflanze schaden, doch gesundes Wurzelwerk bildet sich umso schneller neu.
Die Pflege danach
Setzen Sie die Pflanze so tief ein, wie sie vorher stand, füllen Sie ringsum frische Erde ein und drücken Sie sie nur leicht an. Gießen Sie einmal kräftig durch, damit sich die Erde setzt und die Wurzeln Kontakt bekommen. In den ersten vier bis sechs Wochen brauchen Sie keinen Dünger, weil frische Erde genug Nährstoffe enthält und die frisch verletzten Wurzeln sonst leicht verbrennen. Stellen Sie das Gefäß ein paar Tage etwas schattiger, bevor Sie es zurück an den hellen Stammplatz rücken. Manche Pflanze lässt jetzt für eine Woche die Blätter hängen, das ist Umzugsstress und meist kein Grund zur Sorge.